Hochsensibilität im Alter: Herausforderungen und Chancen

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Hochsensibilität ist eine Eigenschaft, die Menschen in jedem Lebensabschnitt begleitet. Mit dem Älterwerden können sich jedoch die Anforderungen und Bedürfnisse, sowie die Abwehrkraft und Resistenz verändern. Für viele wird die Abgrenzung und das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug immer stärker, während gleichzeitig körperliche und geistige Veränderungen hinzukommen.

Verändernde Bedürfnisse und Herausforderungen

Mit zunehmendem Alter erleben manche hochsensible Menschen eine Verstärkung der Sensibilität. Dies kann verschiedene mögliche Gründe haben, z.B.:

  • Körperliche Veränderungen: Der Körper wird empfindlicher, das Nervensystem reagiert intensiver auf Reize. Geräusche, Gerüche, visuelle Eindrücke usw. können schneller überwältigend wirken.
  • Gesundheitliche Einschränkungen: Chronische Krankheiten oder körperliche Beschwerden können die Belastbarkeit weiter reduzieren und das Bedürfnis nach Rückzug verstärken.
  • Soziale Veränderungen: Der soziale Kreis verkleinert sich oft im Alter. Der Verlust von Angehörigen oder Freunden kann emotional stark belasten und das Gefühl von Isolation verstärken.
  • Verminderte Stressresistenz: Im Alter nimmt die Fähigkeit, mit Stress umzugehen, oft ab. Hochsensible Menschen haben sowieso eine niedrigere Stressresistenz, und diese kann sich im Alter noch weiter verringern. Kleinere Stressoren, die früher leichter verarbeitet werden konnten, können nun stärker wirken.

Die Stärken der Hochsensibilität im Alter

Neben den Herausforderungen birgt die Hochsensibilität im Alter auch viele Chancen und Stärken:

  1. Tiefe Verbundenheit: Hochsensible Menschen können intensive und tiefe Beziehungen zu anderen aufbauen.
  2. Intuitive Weisheit: Mit der Lebenserfahrung wächst oft auch eine tiefe intuitive Weisheit.
  3. Kreativität und Reflexion: Viele hochsensible Menschen sind kreativ und reflektiert.
  4. Empathie und Mitgefühl: Die ausgeprägte Empathie und das Mitgefühl können im Alter zu einer Quelle der Kraft werden.

Strategien für den Umgang mit Hochsensibilität im Alter

Was können wir tun:

  1. Bewusster Rückzug: Plane regelmäßige Zeiten der Ruhe und des Alleinseins ein. Schaffe dir einen Rückzugsort, an dem du dich sicher und geborgen fühlst.
  2. Achtsamkeit und Bewusstwerdung: Achtsamkeitsübungen und Klarheit können helfen, die innere Balance zu finden und besser mit Reizüberflutung umzugehen.
  3. Pflege sozialer Kontakte: Wähle bewusst die Menschen aus, mit denen du Zeit verbringst. Positive, unterstützende Beziehungen können dir Kraft und Geborgenheit geben.
  4. Körperliche Aktivität: Leichte körperliche Betätigung wie z.B. Spaziergänge, Gartenarbeit oder auch Yoga und Tai Chi können helfen, Stress abzubauen.
  5. Professionelle Unterstützung: Zögere nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, sei es durch Therapie oder Beratung, um mit emotionalen Herausforderungen besser umgehen zu können.
  6. Selbstfürsorge: Achte auf deine körperliche Gesundheit durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Arztbesuche und ggf. Auszeiten. Deine körperliche Verfassung hat direkten Einfluss auf deine emotionale Balance.
  7. Innere Tiefe: Nutze deine innere Tiefe, sie kann eine starke Verbindung zu unseren Werten und Ausrichtungen sein. Durch sie erlangen wir Klarheit und Verständnis. All dies kann stärken und stabilisieren.

2 Kommentare

  • Ich bin 73jahre, hochsensibel und
    hochbegabt. Im Älterwerden immer sensibler. Auch mit schlafstörungen, wenn das Nervensystem zu aufgeregt ist. Habe etliche Methoden gefunden herauszufinden was für nährstoffe und Übungen ich brauche. Damit hole ich mir den schlaf immer wieqder zurück. Gerade arbeite ich an der Stabilisierung meiner nerven im Gehirn mit b vitamine und verschiedenen mineralien. Für so eine selbstsorge habe ich jetzt Zeit. Es wird wieder besser. Leider habe ich kein Buch über hochsensibilität und hochbegabung im alter gefunden. Das alter ist interessant.

    • Hallo, danke für den Kommentar und dafür, dass du deine Erfahrungen teilst.
      Ja, man probiert einiges aus, mit B-Vitaminen sind wir auch dabei. Mir helfen im Moment auch Präparate mit Rosenwurz-Extrakten, um die Nerven zu stabilisieren.
      Ja, das Alter hat tatsächlich eine ganz eigene Tiefe und Weisheit. Ich erlebe das mit meinen 61 Jahren auch zunehmend – die Sensibilität wird feiner und das Erleben bekommt noch einmal eine besondere Qualität.

      Es wird tatsächlich kaum darüber geschrieben, und doch scheint es einige (viele?) Menschen zu betreffen. Ich freue mich auf den weiteren Austausch und wünsche dir weiterhin viel Kraft für die Selbstfürsorge. Ich muss noch ein paar Jahre etwas fleißiger sein und freue mich auf die Zeit, wenn ich kürzer treten kann.
      Herzliche Grüße, Heiko

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