Als Podcast

Der Kern unserer Arbeit ist die Selbstverwirklichung auf einer ganzheitlichen Art und Weise. Hierbei geht es nicht um das erreichen konkreter Ziele und Erfolge, sondern um die Erkenntnis, wer und was wir sind.
Seit vielen Jahren setzen wir uns mit den inneren Welten des Menschseins auseinander, waren und sind auf der Beratungsebene tätig und erleben das Leben als einen großen Erkenntnisprozess. Der Zeitgeist verändert sich immer stärker dahingehend, dass wir Menschen mit unserem Inneren konfrontiert werden. Mal sanft, mal weniger sanft… In den täglichen Herausforderungen und dem stetigen Wandel, ist es oft nicht einfach, den eigenen Weg zu finden.
Wir sprechen über unsere Erfahrungen und Erkenntnisse, möchten Werkzeuge und Methoden mit euch teilen. Wir möchten gemeinsam weiterlernen und uns mit euch austauschen.
Ich bin Heiko, der Host und meine Partnerin Anne wird gelegentlich den Podcast begleiten.
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Unser Blog & Mini-Workshops – ein Ort für Selbstverwirklichung und Transzendenz, dem Leben und der Liebe…
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Warum fühlen sich viele HSP nicht integriert?
Und was braucht es, damit sie ihren Platz finden – nicht über Anpassung, sondern über die bewusste Gestaltung ihrer inneren Welt?
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Einleitung
Wie ist es, sich als HSP in dieser Welt zurechtzufinden?
Hochsensibilität ist inzwischen ein bekanntes Thema. Und doch fühlen sich viele hochsensible Menschen innerlich verloren, missverstanden oder „nicht passend“ – besonders in einer Welt, die immer schneller, lauter und härter geworden ist.
Warum ist diese Diskrepanz so groß?
Warum fühlen sich viele HSP nicht integriert?
Und was braucht es, damit sie ihren Platz finden – nicht über Anpassung, sondern über die bewusste Gestaltung ihrer inneren Welt?
Darum geht es heute… Der Einfachheitshalber benutze ich den Begriff HSP – also Highly Sensitive Person, auch deutsch hoch sensible, hoch empfindliche Person.
Ich möchte betonen, dass es viele Ausprägungen und individuelle Erlebnisweisen von Hochsensibilität gibt. Dieser Inhalt ist also nicht allgemeingültig – aber vielleicht kennst du diese Thematik aus deinem eigenen Erleben.
Auch gilt dieser Prozess natürlich auch für Nicht-HSP, die zum Beispiel einen tiefen Weg der Selbstfindung, bzw. der Selbstverwirklichung gehen…
Fühlen sich HSP heute häufiger verloren? Ja. Und das hat Gründe.
Viele hochsensible Menschen mit einer starken Ausprägung fühlen sich „lost“ – nicht, weil sie falsch wären, sondern weil sie mehr wahrnehmen, als sie verarbeiten können.
Sie sind oft die Menschen:
- die tiefer fühlen
- die mehr Nuancen spüren
- die größere Disharmonien erkennen
- die schneller innere Brüche wahrnehmen
- die systemische Spannungen spüren, bevor sie sichtbar werden
Während HSP mit leichter Ausprägung sich besser integrieren können, stehen stark ausgeprägte HSP häufiger am Rand – nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil ihr System durchlässiger ist.
Das ist kein Defizit.
Es ist eine andere Art des „In-der-Welt-Seins“.
Die Persönlichkeit entsteht – aber HSP erleben die Welt anders
Bei nicht-hochsensiblen Menschen entsteht Persönlichkeit stark über äußere Rückmeldungen, wie zum Beispiel:
- Erziehung
- gesellschaftliche Erwartungen, gesellschaftliche Standards
- Normen und Rollen
- Anerkennung und Zugehörigkeit
- klare Strukturen und Benennungen
Diese äußeren Rahmen wirken wie ein Netz, das Identität stabilisiert und Orientierung bietet.
HSP durchlaufen äußerlich dieselben Prozesse, aber sie nehmen anders wahr:
- feiner
- tiefer
- komplexer
- emotional durchlässiger
- oft auch reflektierter
Ich erlebe es zum Beispiel häufig, dass meine Beweggründe nicht richtig verstanden und manchmal auch nicht akzeptiert werden. Oder dass ich in meinem Wertesystem ein anderes Maß anwende.
Und manche verstehen einige Themen nur abstrakt, bei mir sind sie gelebte Erfahrung.
Gerade komplexeres kann mit einer umfangreichen inneren Erlebniswelt einhergehen. Dadurch können bestimmte Themen, Empfindungen oder Situationen eine besondere, eine tiefe Bedeutung bekommen.
Und dann kann ein weiterer wichtiger Aspekt entstehen, der schnell übersehen wird:
Viele HSP denken und fühlen in Systemen.
HSP sind nicht nur feinfühlige Einzelgänger, sie erkennen und fühlen oft schnell komplexe Zusammenhänge, intuitive Muster, sie spüren Ungleichgewichte im Systemen, sei es in der Familie, im Team oder in der Gesellschaft.
Dieser ganzheitliche Blick ermöglicht es ihnen, über den Tellerrand hinauszuschauen. Das kann zu innovativer Kreativität führen – und weil sie mehr Nuancen sehen, können sie unkonventionelle Lösungen und Ideen entwickeln.
Sie spüren Entwicklungen und Disharmonien oft frühzeitig und sind damit wertvolle Wegweiser für notwendige Veränderungen – sei es im privaten oder im beruflichen Umfeld.
Diese Fähigkeit ist ein Potenzial und gleichzeitig ein Grund für manche Schwierigkeiten in der Integration:
HSP nehmen nicht nur „mehr“, sondern anders wahr.
So entsteht die Diskrepanz:
👉 Es gibt oft kein natürliches Nachvollziehen zwischen der inneren Welt der HSP und der äußeren Struktur der Gesellschaft.
Warum HSP ihre eigene Welt definieren müssen
Wo andere Menschen sich stark im Außen orientieren, müssen HSP einen Teil dieser Orientierung in sich selbst aufbauen. Die Parameter der Gesellschaft passen einfach nicht…
Das bedeutet:
- innere Grenzen klar spüren
- eigene Werte erkennen und definieren
- das eigene Erleben als gültig anerkennen
- das wahrgenommene aus sich heraus einordnen und bewerten
- zwischen Wachstum und Überforderung unterscheiden
- sich selbst beruhigen, regulieren und ausrichten
- den Kontakt zu sich halten, wenn die Welt zu viel wird
Es ist ein Balanceakt zwischen:
„Daran kann ich wachsen.“
und
„Hier ist eine Grenze erreicht, das geht für mich nicht.“
Viele HSP haben nie gelernt, ihre innere Landkarte überhaupt zu bauen – ihre Klarheit zu finden.
Doch genau das ist der Schlüssel, um in der Gesellschaft klarzukommen – ohne sich selbst zu verlieren. Sich selbst in den vielen Faktoren zu finden und zu tragen. Klarheit und Akzeptanz geben Stabilität.
Und hier können wir das Potenzial der Hochsensibilität nutzen:
👉 HSP können kreative, ganzheitliche Lösungen entwickeln, weil sie mehr Nuancen wahrnehmen und Verbindungen zwischen Dingen erkennen, die anderen vielleicht verborgen bleiben.
Diese Form der intuitiven Systemwahrnehmung ist:
- kreativ
- zukunftsorientiert
- empathisch auf mehreren Ebenen
- oft visionär
Das Potential macht HSP nicht nur zu „feinen Antennen“, sondern zu Menschen, die Entwicklungen spüren, bevor sie sichtbar werden – und sie können zusammen mit einem gesunden Wertesystem und Ethik damit wichtige Impulse in Teams, Beziehungen oder der Gesellschaft geben.
Und auch noch einmal die Grundpfeiler angesprochen, die HSP brauchen
Ihr kennt das bestimmt alle:
- Rückzug
- Phasen echter Erholung
- ein Umfeld ohne ständige Bewertung
- eigene Rituale für Stabilität und Selbstkontakt
- die innere Überzeugung und die innere Akzeptanz: „Mein Erleben ist gut und richtig.“
Diese innere Haltung – ist entscheidend.
Sie ersetzt das, was die äußere Welt oft nicht geben kann: Anerkennung und Akzeptanz der eigenen Wahrnehmung.
Wobei die Akzeptanz im ganzen Prozess eine große und wesentliche Rolle spielt:
Selbstakzeptanz ist für HSP nicht nur wohltuend – sie ist stabilisierend und tragend.
Wird die Welt sensibler? Ja. Und das verändert alles.
Seit Corona, gesellschaftlichen Umbrüchen, Krisenzeiten und Generationenwechsel spürt man deutlich:
- Menschen sind emotional dünnhäutiger
- mehr Menschen hinterfragen Strukturen
- Generation Z definiert Arbeit neu
- mentale Gesundheit wird wichtiger
- Empathie wird zur sozialen Kompetenz
- alte Strukturen verlieren an Wirkung
Die Gesellschaft wandelt sich – auch hin zu mehr Sensibilität, mehr Selbstfürsorge, mehr Bewusstsein.
Hochsensible sind keine Randgruppe mehr.
Sie sind oft diejenigen, die Entwicklungen spüren, bevor sie sichtbar werden –
und manchmal sogar, bevor sie überhaupt benannt werden können.
Wie können wir das alles in der Welt zusammenbringen, wie HSP und Gesellschaft aufeinander zugehen könnten
HSP können viel beitragen – aber sie können nicht alles allein tragen. HSP können:
- achtsam vorleben
- in den Ausdruck bringen, erklären, wie sie wahrnehmen
- Grenzen klar kommunizieren
- soziale Räume sensibilisieren
- ihre systemische Wahrnehmung konstruktiv einbringen
Die Gesellschaft kann:
- zuhören
- ernst nehmen und weniger urteilen
- in Bildung, Erziehung und Arbeit feiner werden
- ein Umfeld schaffen, das nicht auf Dauerstress, Druck, Optimierung ausgelegt ist.
Für einen konstruktiven Weg braucht es beide Seiten.
Hochsensibilität und stressbedingte Übererregung
Ein Punkt ist mir zum vorherigen Gesagten noch wichtig:
Hochsensibilität ist nicht das Gleiche wie stressbedingte Übererregung, aber beides kann irgendwann zusammenkommen.
Angeborene Hochsensibilität (HSP):
- entsteht biologisch
- führt zu tieferer, komplexerer Verarbeitung
- reagiert sowohl auf positive als auch negative Reize stärker (Vantage Sensitivity)
- Ziel: die innere Landkarte nutzen, um Reize bewusst zu lenken
Erworbene Übererregung (Stress/Trauma):
- entsteht durch Überforderung oder Bedrohung
- führt zu Hypervigilanz (ständige Alarmbereitschaft)
- Ziel: das Nervensystem beruhigen, regulieren, Sicherheit wiederherstellen
Für viele HSP verschwimmt beides – weil eine sensible Verarbeitung schneller in Überforderung kippen kann.
Doch die innere Arbeit besteht oft aus zwei Schritten:
- Die eigene Natur akzeptieren:
„Ja, ich bin feinfühlig. Und das ist gut.“ - Das Nervensystem beruhigen:
um die biologische Empfindlichkeit nicht mit gelernten Angstreaktionen zu verwechseln.
Erst dann kann die konstruktive Stärke der Hochsensibilität sich wirklich entfalten.
Fazit
HSP sind nicht „zu empfindlich“ – sie sind Menschen, die die feineren Zwischentöne der Welt wahrnehmen.
Sie müssen ihre Welt zu einem gewissen Teil selbst definieren, weil die äußere Welt für sie bisher noch nicht stimmig ist.
Doch genau das macht sie wertvoll.
Sie bringen Tiefe, Empathie, Bewusstsein, Kreativität und ein systemisches Verständnis in eine Zeit, die sich gerade neu ausrichtet.








